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Donnerstag, 08.06.2017

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Auf dem Weg zur gesunden Hochschule

Die "Aktive Mittagspause" dient dem Durchatmen im Arbeitsalltag - Kooperation zur Förderung von zunächst vier Projekten zum Thema Stress

Im Focus das Leben, Life-Science-Universität, Medizin – das alles sind Stichworte, die mit der Uni Lübeck in Verbindung gebracht werden. Dazu gehört neben der Forschung und Lehre in diesem Umfeld auch, ein gesundes Arbeitsumfeld für die Studierenden und Mitarbeitenden der Universität zu fördern. Im Rahmen des Projekts „Auf dem Weg zur gesunden Hochschule“ arbeitet seit einiger Zeit eine Projektgruppe daran, gesundheitsfördernde und präventive Programme zu entwickeln und bereits bestehende (wie beispielsweise Aktivitäten der Arbeitsgruppe Studierendengesundheit) zu koordinieren.

Der Fokus im Bereich Mitarbeitergesundheit liegt zunächst beim Thema Umgang mit Stress am Arbeitsplatz. Hier wurde ein Konzept entwickelt, das sowohl verhaltens- als auch verhältnispräventive Maßnahmen umfasst. Die strukturierte Durchführung von psychischen Belastungsbeurteilungen in den Instituten und Kliniken sowie Verwaltungseinheiten der Universität dienen der gezielten Erkenntnisgewinnung vor allem auch für verhältnisbezogene Maßnahmen der Universität als Arbeitgeberin. Daneben soll das Angebot der Internen Weiterbildung umfassend zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz ausgebaut werden.

Doch gerade dem Durchatmen nach einer Stressbelastung im Arbeitsalltag und damit der Optimierung der Entspannungsphase nach einer Belastung kommt besondere Bedeutung zu. Die Mittagspause sollte daher nicht nur aus einer übereilten Nahrungsaufnahme bestehen, sondern optimalerweise zu einer wirklichen Entspannung führen. Die „Aktive Mittagspause“ ist daher schon in vielen Unternehmen ein beliebtes Angebot. Auch an der Uni Lübeck soll für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein regelmäßiges und nachhaltiges Angebot der aktiven Pause entwickelt werden.

Derzeit findet am Institute of Mathematics and Image Computing (MIC), dem Brückeninstitut zwischen der Universität und Fraunhofer MEVIS, ein Pilotangebot statt, das nach einer zehnwöchigen Erprobung evaluiert und in die Konzepterarbeitung Einfluss finden wird. Etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MIC machen sich jeden Mittwochmittag für eine knappe Stunde auf den Weg ins MFC-Gebäude gegenüber und trainieren mit einer Physiotherapeutin aus Stockelsdorf gezielt die Rücken-, Bauch- und Rumpfmuskulatur.

Sie legen dabei den Fokus auf die eigene Körperhaltung. Muskeln und Gelenke insbesondere im Hals- und Nackenbereich werden gelockert und im Anschluss gedehnt und gekräftigt. Kurze Entspannungseinheiten ergänzen das Training. Es werden Tipps und Kurzübungen im Stehen oder Sitzen für den Berufsalltag gegeben, einfach anwendbar und leicht zu merken. Die Bewegungseinheit ist so konzipiert, dass ein anschließendes Duschen nicht erforderlich ist. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genießen es, nach den Übungen wacher, konzentrierter und mit mehr Energie und guter Laune zurück an den Arbeitsplatz zu kehren.

Prof. Dr. Jan Modersitzki, Direktor des MIC, hält die aktive Pause für eine tolle Aktion: „Hinterher fühle ich mich viel besser. Wichtig ist - neben einer fachkundigen Unterstützung und Motivation - auch eine Räumlichkeit direkt in der Nähe des Arbeitsplatzes“. Judith Lotz, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Fraunhofer MEVIS, findet es „großartig, dass ich ein sportliches Training direkt am Arbeitsplatz absolvieren kann. Dies lässt sich viel leichter in meinen Alltag integrieren, als nach Feierabend noch zum Sport zu gehen. Ich achte seitdem regelmäßiger auf meine Körperhaltung und korrigiere sie entsprechend“.

Das Konzept der aktiven Pause für die ganze Universität soll verschiedene Aspekte und Bedürfnisse berücksichtigen, so dass auch eine kurze Bewegungseinheit direkt neben dem eigenen Arbeitsplatz eine Möglichkeit sein soll.

Ermöglicht wird ein Großteil der Maßnahmen durch eine jüngst vereinbarte Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK). Die TK nimmt ihren gesetzlichen Auftrag wahr und unterstützt seit fast 15 Jahren deutsche Hochschulen mit fundierter Prozessberatungs- und Organisationsentwicklungskompetenz beim Gesundheitsmanagement. Sie gibt Impulse und Anleitung, begleitet Konzeption und Umsetzung und leistet finanzielle Förderung auf dem Weg zur Implementierung eines bedarfsgerechten Gesundheitsmanagements. Sie ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises gesundheitsfördernder Hochschulen und hat eine ausgewiesene Expertise sowohl im Bereich der Studierendengesundheit als auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Die Universität zu Lübeck und die TK haben einen Rahmenvertrag über die Förderung von zunächst vier Projekten zum Thema Stress abgeschlossen: (1) Gruppentraining zur Verbesserung der Stressbewältigung bei Medizinstudierenden, (2) Prävention und Gesundheitsförderung in Lehrveranstaltungen des Curriculums Medizin, (3) Gesundheitsangebote zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz und (4) Weiterbildungsangebote zur Verbesserung der Stressbewältigung im Arbeitsalltag. Die Kooperation ist vorerst auf drei Jahre angelegt und beinhaltet sowohl finanzielle als auch beratende Unterstützung der TK. Für Beratungen rund um die TK ist die TK-Hochschulberaterin Annika Naber unter annika.naber(at)tk(dot)de ansprechbar. Weitere Informationen zur TK finden Sie unter https://www.tk.de/mitgliedwerden?aid=y7.

Es ist geplant, das Angebot der Weiterbildung und der Aktiven Pause zum Wintersemester einzuführen. Am 11. September 2017 steht zunächst der zweite „Tag des Sekretariats“ unter dem Motto Gesundheit und wird verschiedene Workshops zum Thema Ergonomie am Arbeitsplatz, Aktive Pause, Ernährung und weiteres anbieten. Die Einladung und die Öffnung der Anmeldemöglichkeit folgen in Kürze.

(Sandra Magens, Dezernat Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung, Projektleitung)

Aktive Mittagspause im MFC (Foto: Kerstin Sietas)