
Gute Bachelor-Absolventen, egal ob aus Lübeck oder von einer anderen Hochschule, sollten ein Master-Studium anschließen. Der Bachelor erlaubt es, in einer Firma Fuß zu fassen und dort auch voranzukommen, aber erst der Master bietet den Raum diejenigen Fähigkeiten zu entwickeln, auf die es im Laufe eines Berufslebens auf Dauer ankommt. Master-Studierende erwerben spezialisiertes und vertieftes Wissen jenseits von Wikipedia und Standard-Lehrbüchern.
Der Master-Studiengang Mathematik in Medizin und Lebenswissenschaften an der Universität zu Lübeck ist forschungsorientiert. Damit ist er die Eintrittskarte in die Welt der Wissenschaft und Voraussetzung für eine Promotion. Im Master-Studium sind die Studierenden »ganz dicht dran« an der Forschung und es ist durchaus realistisch, dass die Ergebnisse einer guten Master-Arbeit auf einer einschlägigen Fachtagung präsentiert und in einer Fachzeitschrift publiziert werden.
Kurz gesprochen: Unsere Master-Absolventen sollen Probleme lösen können, die es jetzt noch gar nicht gibt.
Der Master bildet hervorragende Möglichkeiten, das im Bachelor-Studium erworbene Wissen zu vertiefen bzw. zu spezialisieren, und dies nicht nur für Absolventen des Lübecker Studienganges. Angesprochen sind alle Absolventen mathematisch orientierter Bachelor-Studiengänge. Der Master setzt einen Bachelor voraus, der auch an einem anderen Ort als Lübeck erworben sein kann.
Im Zentrum des Studiums steht die mathematische Modellierung von Sachverhalten, insbesondere der Medizin und der Biowissenschaften, die Simulationen, Vorhersagen und qualitative Untersuchungen ermöglicht. Damit sind die Studierenden frühzeitig an anspruchsvollen Forschungsproblemen dran und erlernen interdisziplinäre Zusammenarbeit z.B. mit Medizinern, Biologen und Physikern. Nicht selten können die Ergebnisse von Masterarbeiten auf internationalen Fachtagungen bzw. in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht werden.
Der Master dauert zwei Jahre. In dieser Zeit wird die Mathematik in den grundlegenden Fächern vertieft und auf eine wissenschaftliche Arbeit in Forschung oder Industrie vorbereitet. Die Bearbeitungszeit für die Master-Arbeit beträgt sechs Monate.
Durch die Betonung der grundlegenden Fächer bekommen die Absolventinnen und Absolventen eine breite Wissensbasis, die sie sowohl auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten als auch vielfältig einsetzbar machen. Sie sind nicht nur für den Bedarf an der Schnittstelle zwischen den Life Sciences und der Computertechnologie ausgebildet, sondern können auch mit dem heute immer notwendigeren „Training on the Job“ in den jeweiligen Kerngebieten wie Mathematik, Informatik und Biotechnologie eingesetzt werden. Dadurch wird das Spektrum möglicher zukünftiger Tätigkeiten größer, als es ein Studium in den Kerngebieten allein bieten kann.
Ein Teil der Lehrmodule wird von Praktika begleitet, die einerseits einen Einblick in das experimentelle Arbeiten in den Naturwissenschaften geben sollen und andererseits auf die Analyse und Modellierung experimentell gewonnener Daten gerichtet sind. Die Studierenden werden möglichst früh in die interdisziplinäre Arbeit der Institute und deren Kooperation mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen einbezogen.
In der Mathematik erhalten die Studierenden einen Überblick über Biosignalanalyse, Mathematische Methoden der Bildverarbeitung und Stochastische Prozesse und können sich in verschieden Teilbereichen der Mathematik wie Analysis, Numerik, Stochastik oder Diskrete Mathematik vertiefen.
Die Master-Studierenden haben die Alternativen sich entweder verstärkt in Themen der Lebenswissenschaften, der Bildgebung und -verarbeitung oder der Genetischen Epidemiologie zu vertiefen.
In den Lebenswissenschaften besteht die Möglichkeit, sich ein umfassendes Wissen in beispielsweise
• Biochemie
• Physiologie
• Strukturanalytik
• oder Molekularbiologie
anzueignen.
In der Bildgebung und -verarbeitung erlangen die Studierenden Fertigkeiten in beispielsweise
• Digitaler Signal- und Bildverarbeitung
• Statistischer Mustererkennung
• Computeralgebra
• oder Robotik
In der Genetische Epidemiologie können Fächer wie beispielsweise
• Humangenetik
• Molekulargenetik
• Epidemiologie
• oder Genetische Epidemiologie
gewählt werden.
Absolventinnen und Absolventen des Master-Studiengangs Mathematik in Medizin und Lebenswissenschaften sollen
• das im Rahmen eines ersten berufsfähigen Studiums erworbene Fachwissen vertieft und mit methodischen und analytischen erweitertem Ansatz verbreitert haben,
• die Befähigung erlangt haben, Lösungen komplexer Probleme und Aufgabenstellungen in der Wissenschaft und in Anwendungsfeldern der Wirtschaft und Gesellschaft zu formulieren, diese kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln,
• sich die Fähigkeit angeeignet haben, aufgrund der Tiefe und Breite der erworbenen Kompetenzen zukünftige Probleme, Technologien und wissenschaftliche Entwicklungen zu erkennen und entsprechend in ihre Arbeit einzubeziehen,
• das Können erworben haben, selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten und komplexere Projekte zu organisieren, durchzuführen und zu leiten,
• sich wissenschaftliche, technische und soziale Kompetenzen zu eigen gemacht haben und sich dadurch besonders auf die Übernahme von Führungsverantwortung vorbereitet haben,
womit ebenso eine wissenschaftliche Karriere wie ein Aufstieg in Unternehmen möglich wird. Master-Absolventen haben das Rüstzeug eine eigene Firma zu gründen.
Die Gesellschaft befindet sich fortwährend im Wandel und bildet zur Zeit alle wirtschaftlichen und wissenschaftlichen, alle kulturellen und verwaltenden Prozesse mathematisch und informatisch ab. Dadurch werden Prozesse beherrschbarer, Ressourcen können geschont werden und die Lebensqualität kann gesteigert werden. Für diese Entwicklung ist eine zunehmende Mathematisierung unerlässlich.
Mit der Ausbildung an der Schnittstelle von Mathematik, den Lebenswissenschaften und der Computertechnologie bestehen überdurchschnittliche Berufsaussichten für Absolvierende unseres Master-Studiengangs in einer inzwischen fast eigenständigen Branche. Neben Pharma- und Biotechnologieunternehmen zeigen z.B. Medizintechnik- und Softwareunternehmen starkes Interesse an unseren Absolventinnen und Absolventen.
Für eine Karriere an der Hochschule und in den Forschungsabteilungen von Unternehmen sollte sich an den Master eine Promotion anschließen. Hier bietet unsere Graduate School for Computing in Medicine and Life Sciences beste Voraussetzungen.
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Dr. Sabine Voigt Studierenden-Service-Center |
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Prof. Dr. Jürgen Prestin Prüfungsausschussvorsitzender Bachelor und Master MML |
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PD. Dr. Hanns-Martin Teichert Studienkoordinator MML |
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