Aus den Forschungsarbeiten der Lübecker Biowissenschaften konnte in Kooperation mit der Humanmedizin in den letzten Jahren die Medizinische Struktur- und Zellbiologie zu einem gemeinsamen Thema entwickelt werden. Als strukturbildende Maßnahme entstand das gleichnamige Zentrum, an dem auch das Forschungszentrum Borstel beteiligt ist.
Die Struktur- und Zellbiologie beteiligt sich am Lübecker Forschungsschwerpunkt "Infektion und Entzündung" und arbeitet sowohl am Exzellenzcluster "Inflammation at Interfaces" als auch an der Graduiertenschule "Computing in Medicine and Life Sciences" mit. Dieser Bereich bildet auch eine wichtige methodische Plattform und ist daher ein wesentliches Element unserer externen Kooperationen, etwa mit verschiedenen biowissenschaftlichen Instituten der Universität Hamburg. So betreibt bspw. das Lübecker Institut für Biochemie eine Außenstelle auf dem Hamburger DESY-Gelände.
Ein weiterer Ausbau der Struktur-und Zellbiologie wird in den nächsten Jahren zum Schwerpunkt "Strukturelle und zelluläre Virologie" führen. Zentraler Ausgangspunkt sind hierfür die Erfolge in der Erforschung von RNA-Viren, die am Lübecker Institut für Biochemie seit dem Jahr 2003 gelungen sind und auf deren Basis neue antivirale Wirkstoffe entworfen und synthetisiert werden sollen.
Die Struktur- und Zellbiologie ist schon jetzt ausgezeichnet in internationale Verbünde integriert und kooperiert eng mit Partnerstandorten in China und Korea. Nur an wenigen anderen europäischen Standorten sind Virologie, Strukturbiologie und Synthesechemie so eng verknüpft.
In Deutschland stellt ein solcher Schwerpunkt daher ein absolutes Alleinstellungsmerkmal für die Universität zu Lübeck dar.
Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. Rolf Hilgenfeld Institut für Biochemie
Prof. Dr. rer. nat. Norbert Tautz Institut für Virologie u. Zellbiologie